

Der Grossteil der Schweizer Hersteller und Importeure von Elektrogeräten nimmt seine Verantwortung wahr und finanziert das Recycling ihrer auf den Markt gebrachten Elektrogeräten in der Schweiz mit.
Marco Plüss/sens
Das Recyclingsystem für Elektrogeräte
Die Schweiz verfügt international über eines der erfolgreichsten Systeme zur Rücknahme und zum Recycling von Elektrogeräten. Mehr als 100 Unternehmen aus dem In- und Ausland entziehen sich jedoch bewusst dem System, indem sie auf die Erhebung der vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) auf die von ihnen verkauften Geräte verzichten, um Kostenvorteile zu erzielen. Dadurch gerät das System finanziell immer mehr unter Druck. SENS eRecycling fordert nun klare und faire Rahmenbedingungen für alle.
Der Erfolg des Schweizer Rücknahme- und Recyclingsystems für Elektrogeräte basiert auf Freiwilligkeit, Solidarität und Eigenverantwortung. Finanziert wird das System durch den vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB), der beim Kauf eines Gerätes bei Vertragspartnern von SENS eRecycling enthalten ist. Das privatwirtschaftlich organisierte System gilt international als Vorzeigemodell: Nicht nur weist es hohe Sammelquoten auf, sondern die elektrischen und elektronischen Geräte werden auch effizient und nach höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards verwertet.
Wie Trittbrettfahrer auf Kosten anderer profitieren
Seit ein paar Jahren gerät das Erfolgsmodell jedoch zunehmend unter Druck: Onlineplattformen, aber auch über 100 stationäre Anbieter in der Schweiz weigern sich, den vorgezogenen Recyclingbeitrag auf ihre verkauften Geräte zu erheben. Darunter sind kleine Einzelunternehmen genauso wie schweizweit etablierte Händler. Damit erzielen sie gegenüber ihren Mitbewerbern Kostenvorteile und verzerren den Markt.
«Ihr Argument, dass sie die gesetzliche Pflicht erfüllen, indem sie Elektroaltgeräte in ihren Verkaufsgeschäften kostenlos zurücknehmen, greift zu kurz», erklärt Pasqual Zopp. «Die Realität ist, dass nur eine Minderheit der Elektrogeräte via Verkaufsstellen ins Recycling gelangen, der weitaus grössere Anteil der elektrischen und elektronischen Altgeräte – wir schätzen hier bis zu 90% der Menge – wird auf SENS-Sammelstellen entsorgt. Darunter befinden sich also auch zigtausend Geräte, auf die beim Kauf keinen vRB erhoben wurde», weiss Pasqual Zopp.
Fairness wäre gefragt
Mit ihrem Verhalten reissen die Trittbrettfahrer jährlich ein Loch von mehreren Millionen Schweizer Franken in die Kasse von SENS eRecycling. Zugleich untergraben sie die Solidarität unter den langjährigen Vertragspartnern, die das System aufgebaut und ihre Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und der Umwelt wahrnehmen.
SENS eRecycling fordert deshalb klare und faire Rahmenbedingungen für alle. So sollen künftig alle Unternehmen, die Elektrogeräte in der Schweiz in Verkehr bringen, sich in gleichem Masse an der Finanzierung von Sammlung, Transport und Recycling beteiligen.


