
Der Niederschlagsmangel in der Ostschweiz liess den Bodenseepegel drastisch sinken. Anfang April war im Hafen von Mannenbach TG kein Wasser mehr vorhanden. (Foto: Andreas Walker)
Andreas Walker / PW
Warmes und trockenes Frühlingsquartal 25
Das Frühlingsquartal war vor allem von Wärme und wenig Niederschlag geprägt. Es wurden jeweils nur lokal überdurchschnittliche Niederschlagsmengen registriert.
Warmer und sonniger April
Im April war es oft schön und warm. Während um die Monatsmitte im Wallis extreme Niederschläge mit grossen Neuschneemengen fielen, herrschte in der Ostschweiz ein ausgeprägtes Niederschlagsdefizit.
Auf den 1. April verlagerte sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet von der Nordsee nach Südskandinavien und verstärkte sich gleichzeitig, was auf der Alpennordseite eine starke Bisenströmung auslöste. Im Flachland erreichte die Bise Windspitzen von 60 bis 80 km/h, in exponierten Lagen bis 90 km/h. Ab Monatsbeginn bis zum 11. April lag die Schweiz unter Hochdruckeinfluss. In allen Landesteilen gab es viel Sonnenschein.
Starkniederschläge und ergiebige Schneefälle: Die anhaltenden Hochdruckverhältnisse im ersten Monatsdrittel wurden ab dem 13. April von einer fünftägigen Tiefdruckperiode abgelöst. Sie brachte mit einer kräftigen Südostströmung vom 16. auf den 17. April Starkniederschläge auf der Alpensüdseite, im Wallis und im Berner Oberland. Im Wallis fielen diese auch als Neuschnee bis in tiefe Lagen.
Während der Starkniederschlags-Episode brachte eine Kaltfront aus Westen eine Abkühlung. In einem grossen Teil des Rhonetals oder auch im Berner Oberland bildete sich bis am Morgen des 17. April eine Schneedecke mit teilweise bemerkenswerter Mächtigkeit auch in tiefen Lagen. Die kräftigen Schneefälle führten im Wallis regional zu gesperrten Strassen und Bahnlinien sowie zu längeren Stromunterbrüchen.
Vom 28. bis am 30. April herrschten in der Schweiz unter Hochdruckeinfluss verbreitet sonnige Verhältnisse. In den Alpen entstanden vor allem am 29. und 30. ab dem Nachmittag regional Schauer und Gewitter.
Monatsbilanz April 2025
Das landesweite Mittel der Apriltemperatur erreichte 6,7 °C und lag damit 2 °C über der Norm 1991–2020. Die Apriltemperatur bewegte sich in den tiefen Lagen nördlich der Alpen verbreitet zwischen 1,2 und 1,7 °C über der Norm. In den Alpen und auf den Jurahöhen stiegen die Werte meist 2 bis 2,7 °C und lokal bis 3 °C über das langjährige Mittel. In den tiefen Lagen der Alpensüdseite lag die Apriltemperatur verbreitet 1,3 bis 1,6 °C über dem Durchschnitt.
Der April brachte in weiten Gebieten der Schweiz unterdurchschnittliche Niederschlagssummen. In der Ostschweiz blieben die Monatssummen vielerorts unter 50 % und lokal auch unter 30 % der Norm. In den von den Starkniederschlägen um die Monatsmitte betroffenen Gebieten gab es hingegen weit überdurchschnittliche Monatssummen.
Die Sonnenscheindauer bewegte sich im April in der Westschweiz und im Wallis meist zwischen 120 und 130 % der Norm. In den zentralen und östlichen Landesteilen stiegen die Werte verbreitet auf 130 bis knapp über 140 % des Durchschnitts.
Auf der Alpensüdseite und im Engadin erreichte die Sonnenscheindauer verbreitet 110 bis 120 % des langjährigen Mittels.
Wechselhafter Mai
Der Mai war von wechselhaftem Wetter geprägt. Während in Graubünden teilweise doppelte so viel Niederschläge wie normal fielen, wurden in der Nordschweiz und im Oberwallis nur etwa die Hälfte einer durchschnittlichen Monatssumme registriert.
Der Mai startete mit sonnigen und sehr warmen Verhältnissen. Vom 3. bis am 9. Mai floss feuchte Luft zur Schweiz und in allen Landesteilen fiel an mehreren Tagen Niederschlag. Nach einer dreimonatigen regional extrem niederschlagsarmen Periode war dieser Regen sehr willkommen.
Die Niederschlagsperiode ab dem 3. Mai brachte einen massiven Temperaturrückgang. Lag die Tageshöchsttemperatur in den ersten zwei Maitagen beidseits der Alpen noch bei 25 °C oder mehr, blieb sie am 5. Mai nördlich der Alpen verbreitet unter 10 °C. Im Wallis gab es um 14 °C und auf der Alpensüdseite um 15 °C. Anschliessend stiegen die Tageshöchstwerte langsam wieder an. Mit der Abkühlung gab es in den Bergen am 7. und 8. Mai lokal etwas Neuschnee.
Einige sonnige Tage: Am 10. und 11. Mai lag ein flaches Hochdruckgebiet über Europa und in der Schweiz herrschten meist sonnige Verhältnisse. Anschliessend zog aus Westen eine Niederschlagszone über die Schweiz. Vom 13. bis am 19. Mai brachte ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Nordmeer das meist sonnige Wetter zurück. Ein Tief über Osteuropa schob jedoch hin und wieder Wolken über die Ostschweiz und zum Teil bis in die Zentralschweiz. Vor allem am 15. und am 18. Mai fiel daraus etwas Regen.
Im Norden häufig Niederschlag: Vom 20. bis am 23. Mai floss feuchte Luft aus dem Sektor Südwest bis Nordwest zur Schweiz. Zunächst gab es in der ganzen Schweiz Schauer oder Gewitter. Ab dem 21. Mai brachte der Nordföhn auf der Alpensüdseite recht sonnige Verhältnisse. Nach kurzem Zwischenhocheinfluss am 24. Mai zogen vom 25. bis am 28. Mai aus Westen erneut Schauer über die Alpennordseite. Im Mittel- und Südtessin blieb es ziemlich sonnig.
Monatsbilanz Mai 2025
Die landesweit gemittelte Monatstemperatur im Mai 2025 betrug 9.1 °C. Dies entspricht einer Abweichung zur Norm von +0.2 °C. Auf der Alpennordseite lag die Maitemperatur flächendeckend im Bereich des langjährigen Mittels. Einzig auf der Alpensüdseite lagen die Temperaturen bis zu 1,2 °C über dem Durchschnitt.
Die grössten Niederschlagsmengen verzeichneten die Region Graubünden und besonders das Engadin. Dort wurden vielerorts 140% der Norm überschritten, lokal fiel sogar mehr als das Doppelte eines normalen Mainiederschlags. Am wenigsten Niederschlag gab es in der Nordschweiz und im Oberwallis, wo lokal nur etwa die Hälfte des Durchschnitts verzeichnet wurde.
Über dem gesamten Gebiet der Schweizer Alpen erreichte die Sonnenscheindauer nur 70 bis 95% der Norm. Im westlichen und nordwestlichen Mittelland und auf der Alpensüdseite wurden bis zu 125% des langjährigen Mittels erreicht.
Heisser Juni
Der Juni war von mehreren Hitzewellen geprägt, bei denen die Temperaturen über die 30-Grad Marke stiegen. Dazwischen sorgten jeweils Gewitter für eine schwache Hitze-Entlastung.
Vom 1. bis am 7. Juni floss zunächst über längere Zeit aus Südwesten und später aus Westen anhaltend milde und sehr feuchte Luft zur Schweiz. Sie löste in allen Landesteilen immer wieder Schauer und Gewitter aus. Dabei kamen lokal grosse Regenmengen zusammen. Vom 8. Bis am 11. Juni war in der Luft eine deutliche Trübung zu erkennen. Bei diesem weissen Schleier oder Dunst handelte es sich um Rauchpartikel. Diese stammten von den Waldbränden in Kanada, welche schon mehrere Wochen andauerten. Der Rauch kann bei intensiven Bränden in die obere Atmosphäre aufsteigen und dadurch vom Jetstream mitgetragen werden, wobei dann diese Partikel über den Atlantik in unsere Breitengrade gelangen.
Immer wieder Hitzetage bis zum Monatsende: Vom 12. bis 15. Juni wurden in der Schweiz zum ersten Mal in diesem Jahr verbreitet Hitzetage registriert. Am 12. Juni wurde die 30-Grad-Marke in der Nordwestschweiz knapp geknackt. Auch im Wallis und gebietsweise auf der Alpensüdseite stiegen die Temperaturen auf über 30 °C. Am 13. und 14. Juni wurden verbreitet in tieferen Lagen und in den Föhntälern Hitzetage registriert. An beiden Tagen wurden an über 50 Messstationen von MeteoSchweiz 30 °C erreicht oder überschritten. Der 15. Juni war nur noch lokal im Wallis und auf der Alpensüdseite ein Hitzetag.
Nach heftigen Gewittern am 15. Juni und einer kurzen Abkühlung am 16. Juni kehrte die Wärme wieder zurück. Vom 19. bis am 25. Juni wurden erneut Hitzetage mit Tageshöchstwerten von 30 °C und mehr verzeichnet. Die grösste Hitze im diesjährigen Juni ereignete sich schliesslich in den letzten drei Tagen des Monats.
Monatsbilanz Juni 2025
Der Juni 2025 war mit einer landesweiten Monatsmitteltemperatur von 16,3 °C und einer Abweichung zur Norm von +3,7 °C der zweitwärmste Juni seit Messbeginn 1864. In zentralen und westlichen Alpenteilen und im Wallis lag die Junitemperatur sogar bis zu 4,5 °C über dem Durchschnitt. Auf dem Jungfraujoch wurde der wärmste Juni seit Messbeginn vor über 90 Jahren registriert.
Der Juni brachte verbreitet unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Entlang dem westlichen Alpennordhang wurden weniger als 50% eines durchschnittlichen Juniniederschlags registriert. In Thun war es der trockenste Juni seit Messbeginn. Im Jura und auf der Alpensüdseite wurden lokal mehr als 120 % des Niederschlags des langjährigen Mittels verzeichnet.
Die monatliche Sonnenscheindauer lag schweizweit über der Norm. In weiten Teilen des Landes wurde ein Verhältnis von 120 bis 150 % des langjährigen Mittels erreicht.
Schweizer Karte mit 15 Klimastationen (zu Tabelle Klimadaten Quartal)
Tabelle als PDF: Klimadaten im zweiten Quartal 2025
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2025